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Jänner – Dezember 2019

9th März, 2020

1     Jahresvollversammlung des Vereins „EUROPA”-CLUB

10. JÄNNER, COLLEGIUM HUNGARICUM

Die ordentliche Vollversammlung des Vereins wurde in Anwesenheit der Mitglieder und Vorstandmitglieder im Collegium Hungaricum unter der Einhaltung der Vereinsstatuten abgehalten. Die Tagesordnungspunkte erstreckten sich auf den Bericht vom Vereinsobmann Dr. András Smuk, den Jahresrückblick von László Sass, Kassengebarung von Mag. Etelka-Kinga Tánczos, die Kontrolle der Geldgeschäfte durch Csaba Pusztay und auf die Zukunftsprojekte. Durch den Abend führte Frau Szilvia Mentsik. An der Versammlung nahmen 30 Personen teil.

Nach der Versammlung konnten sich die Anwesenden an die gemeinsame Reise nach Israel im April 2018 erinnern. Der Lichtbilder-Vortrag von Ibolya Mátyás, Leiterin des Reisebüros Gabbiano, stellte auf eindrucksvolle Weise die erlebten Höhepunkte der Reise dar.

Das Heilige Land hat eine besondere Anziehung sowohl für Pilger als auch für Touristen. Nach dem Neuen Testament befinden sich dort jene Orte, wo sich der Messias und Erlöser, Jesus von Nazareth bewegt und gelehrt hat, wo Er den Kreuzweg durchlitten hat und auferstanden ist.

Die wichtigsten heiligen Stätten, die man gesehen haben muss, konnten die Mitreisenden kennenlernen und erleben: Betlehem, Jerusalem, Nazareth, den See von Genezareth, Kafarnaum und  Jericho.

Das heutige Israel ist gekennzeichnet durch ein Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen und Religionen (Christen, Juden, Muslime), die hier alle den Ort als ihre heiligen Kultstätten betrachten. Die religiöse Unterteilung der Mitbürger fällt in Jerusalem am meisten auf. Sowohl Juden als auch Orthodoxe, Muslime (die sowohl Schiiten als auch Sunniten sein können), Drusen, Römisch-Katholiken, Kopten, Griechisch-Katholiken, Armenisch-Katholiken, aber auch arabische Katholiken sind vor Ort. Eine bunte Schar von Pilgern und Touristen aus aller Welt kommen hierher, sie pilgern friedlich nebeneinander und erhoffen Frieden.

  Ungarische Literaturveranstaltung mit musikalischer Umrahmung | LÁSZLÓ KAISER – JÓZSEF DINNYÉS: Vorgetragene Gedichte und vertonte, gesungene Gedichte von Dichtern aus dem Karpatenbecken

23. JÄNNER, COLLEGIUM HUNGARICUM

László Kaiser: Dichter, Schriftsteller, Redakteur und Dramaturg

József Dinnyés: ungarischer Komponist, Vortragskünstler, Liedermacher, Sänger und Gitarrist. „Ich bin unter den Dichtern Musiker, unter den Musikern ein Dichter. Ein Drittel meines Volkes lebt beraubt seines Heimatlandes unter der Oberhoheit anderer Völker. Ich würde mich selbst verlieren, würde ich den Weltgeschmack vertreten und vor meinen nationalen Traditionen weglaufen.“

„Das Gedicht ist eine Art Seelentransporterˮ, sagte László Kaiser in einem früheren Interview. An diesem Abend konnten wir in seine Gedankengänge durch einen zweiten Interpreten eindringen. Aus dem CD „Es sprach eine Stimmeˮ suchte József Dinnyés besondere Zyklen aus den Gedichten des Poeten heraus. Das Ergebnis der Zusammenarbeit der beiden Liedermacher ist ein buntes Gemisch aus kleinen Versen, in denen sich die Überlegungen eines Menschen widerspiegeln, der mit Besorgnis auf die Welt schaut.

Wer die Werke von József Dinnyés kennt, weiß, dass er auf natürlichen Versrhythmen baut, damit erlaubt er den Zuhörern, seine Gedanken durch Gitarrenbegleitung kennenzulernen. Auf der Homepage von Dinnyés sind diese Zeilen zu finden: „Ich erwecke die Musik durch den Text zum Leben und spreche die Dichtung an.“

László Kaiser gab in einem früheren Interview an: „Ich mache mein Ding, davon geht die Welt vorwärts.“ In seinen Gedichten spricht er von jenen Gewissheiten, Zweifeln, Emotionen, die während  seiner Arbeit auftreten: Immer wieder begegnet der Zuhörer die Fragen „Mache ich alles richtig? Auch dann, wenn meine Wege sich von denen der anderen abweichen? Wenn ich nicht mit dem Strom schwimme, ist es wert? Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, wie sehr darf ich ruhig bleiben? Wie werde ich vor Gott Zeugnis ablegen, wenn die Zeit gekommen ist?“ Die letzte Antwort ist zum Glück dieselbe, die im Interview bekannt gegeben wurde.

3   Mária Hedry: Ilona Zrínyi Monodrama – Róza Juhász als Ilona Zrínyi

31. JÄNNER, AMAPED

Dieses Monodrama zeigt durch die Figur der Ilona Zrinyi lebensecht und dramatisch die überaus viel diskutierte, aber sehr umstrittene Zeit der ungarischen Geschichte. Die Hauptachse des Dramas ist das Verhältnis von Ilona Zrinyi zu ihrem Mann Imre Thököly und zu ihrem Sohn Ferenc Rákóczi. Sie erscheint als eine außergewöhnliche Dame der Zeit, als Mutter und ein herausragendes Beispiel von Heimatliebe in diesem Drama. (In dem Stück ) Außerdem wurden die wichtigsten Meilensteine aus ihrem Leben eindrucksvoll geschildert, woraus das Portrait einer besonderen Persönlichkeit gesponnen wird, die die Möglichkeiten eines Dramas zulassen.

Die erste Szene spielt sich auf dem Deck eines Schiffes ab, auf dem Ilona Zrinyi mit ihren Begleitern und ihrem Mann Imre Thököly unterwegs nach Kleinasien war. Sie steht allein auf dem Deck und in der Stille der Nacht besinnt sie sich auf die Stationen ihres Lebens.

Durch ihre Figur bekommt der Zuschauer ein Bild über die politische Lage Ungarns im 17. Jahrhundert. Er ist Teil ihrer Hochzeit in Munkács, wird an die verschiedenen Erfolge bei der Zurückeroberung der Burgen in Oberungarn und dem Partium erinnert, erlebt die leidenschaftliche Zeit der Liebenden, begleitet durch den Sturz, nach dem Imre Thököly durch die Türken festgenommen wurde. Sie verteidigt die Burg Munkács als die „mutigste Frau Europas“ zu jener Zeit. Sie durchlebt Verzweiflung, Enttäuschung, und nach einem bewegten Leben wird sie von ihrem Mann nach Konstantinopel geholt und ist auf dem Schiff nach Nikodemia, wo sich die dramatischen Szenen der Erinnerung abspielen. Das Stück war eine Besonderheit für das Wiener Publikum.

4    Dr. ISTVÁN FODOR, früherer Direktor des Ungarischen Nationalmuseums, Archäologe: Gedenkstätten der Landnahme im Karpatenbecken

14. FEBRUAR, COLLEGIUM HUNGARICUM

Auf Einladung des „Europaˮ-Clubs kam Dr. ISTVÁN FODOR, früherer Direktor des Ungarischen Nationalmuseums nach Wien und vermittelte den Zuschauern viele interessante Einblicke in die Zeit der Landnahme.

Das Forschungsgebiet von Dr. István Fodor war von Anfang an die Urgeschichte und das Studium der archäologischen Funde aus der Zeit der Landnahme. Der Großteil seiner Tätigkeiten bestand aus regelmäßigem Unterricht über die Zeit der Landnahme, die Kulturgeschichte des Mittelalters und die Urgeschichte der Ungarn. Er erzählte zahlreiche Geschichten sowohl über die Zeit des Nomadenlebens als auch über die Zeit danach im Europäischen Raum.

Interessante Ansichten der Vorfahren konnten anhand von Beispielen nachvollzogen werden. So ist zum Beispiel zu erwähnen, dass in dem Brustkorb  die „Leben-Seele“ lebt, im Schädel  die „Schatten-Seele“ zu Hause ist. Nach dem Aberglauben lebt die Letztere auch nach dem Tod weiter und spukt auf der Erde weiter. Ferner konnten wir erfahren, dass die Toten mit dem Gesicht nach Osten begraben wurden, damit sie im Jenseits so aufwachen. Auch die handwerklich hergestellten Stücke zeugten vom Einfluss des Ostens. Der Vortrag war sehr interessant.

5   Das Theater SOPRONI PETŐFI SZÍNHÁZ kam mit einem Operettenauszug „Te rongyos életˮ (Csárdásfürstin)

16. FEBRUAR, THEATERSAAL DER KOMENSKY-SCHULE

Das Theaterensemble Sopron überzeugte das Publikum wieder in der Wiener Komensky Schule.

Liebhaber der Operette bekamen eine sehr niveauvolle Darbietung von den Künstlern: Andrea Zsadon, Tibor Szolnoki, Trixi Teremi, Sándor Domoszlai. An diesem Abend kamen klassische Opernstücke, virtuose Instrumentalmusik, immergrüne Schlager im Programm vor. Die Antwort von Publikum kam in nicht endendem Applaus.

Selbstverständlich ist die Rede auch auf Imre Kálmán gekommen. 1915 erlebte die Csárdásfürstin in Wien ihre Erfolge. Das Publikum sang die berühmten Melodien mit, die wie Evergreens den meisten bekannt waren. Zsolt Tassonyi spielte auf dem Klavier, seine Frau auf der Flöte.

Ein Beispiel: Lucy Sziráky, eine gefeierte Primadonna, wird als Klassenfeind auf das Land ausgesiedelt, denn ihr Mann ist ein Aristokrat. Sie lernt am Land das einfache Bauernleben kennen, versucht, sich den anderen ausgesiedelten Aristokraten anzunähern, wird aber als Eindringling behandelt. Aber Lucy ist eine echte Schauspielerin und eine Prachtfrau. Bald findet sie Zugang zu der Männerwelt und hat Bewunderer wie den Polizisten und den Parteisekretär.

6   Gedenkfeier anlässlich der Revolution 1848/49

15. März, WEGHUBER PARK / COLLEGIUM HUNGARICUM

Am 15. März 2019 um 17:00 begannen die Gedenkfeierlichkeiten anlässlich der Märzrevolution 1848 mit der Kranzniederlegung bei der Büste von György Bessenyei im Weghuber Park in Wien. Obwohl György Bessenyei, der in der ungarischen Leibgarde diente und nicht direkt mit dem Idealismus von 1848 verbunden war, können wir sagen, dass der Leibgardenschriftsteller als erster ungarischer Bote der Aufklärung einen bedeutenden Einfluss auf die Nachwelt hatte und dass die Ideen der Aufklärung letztlich in der Revolution von 1848/49 und dem Freiheitskampf in Erfüllung gingen, sagte András Smuk, Obmann des „Europa-Clubs.
Szilvia Mentsik, Präsidentin des Runden Tisches der ungarischen Organisationen in Österreich, hielt die Ansprache. Im Rahmenprogramm der Gedenkfeier wurden Lieder mit Zitherbegleitung vorgetragen. Die Anwesenden nahmen an die der Kranzniederlegung teil. Die Feier wurde im Collegium Hungaricum fortgesetzt, wobei Dr. Eva Radics eine Rede hielt. Das kulturelle Programm umfasste Rezitationen von Binder Gyöngyi, Lieder von Zitherband „Rézsarkantyú“ und Gesangchor „Barka“ sowie Tänze von der Volkstanzgruppe „Délibáb“.

7 Abendveranstaltung mit Dr. GÉZA JESZENSZKY – Vortrag über  Ferenc Rákóczi II. und seinen Freiheitskampf gegen die Habsburger

27. MÄRZ, COLLEGIUM HUNGARICUM

Aus Anlass des Jubiläumsjahres lud der Vorstand des Vereins „EUROPA”-Club” den Universitätsprofessor Dr. Géza Jeszenszky zu einem Festvortrag ein. Der ehemalige Außenminister der Antall-Regierung hielt eine sehr interessante Geschichtsstunde für die Mitglieder des Vereins.

In seiner Festrede zeigte er auf die besonderen Verdienste von Ferenc Rákóczi hin, welche der Grundstein für die gesellschaftliche Fortentwicklung und Zusammenführung der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, wie Adelige und Knechte regelte. Diese Vorgangsweise ist beinahe hundert Jahre lang beispiellos geblieben.

Die Revolution ist zwar gescheitert, im Jahre 1711 wurden die Waffen niedergelegt und bei Szatmár kam der Friede von Szatmár zustande. Der Kampf des Rákoczi war trotzdem nicht umsonst: Ungarn musste nicht vollständig in das Habsburgerreich eingegliedert werden, die Religionsfreiheit wurde anerkannt, die Verfassung wurde wiederhergestellt, die Kämpfenden erhielten Amnestie. Ferenc Rákóczi II. musste ins Exil, wurde aber zum Nationalhelden. Sein Andenken ist auch heutzutage noch in vielen Orten in dem jetzigen Ungarn  allgegenwärtig in Straßennamen und Gedenktafeln vorzufinden.

8    Dr. MÁRIA PROKOPP: Johann Vitéz, PANNÓNIENS LICHT

9. APRIL, COLLEGIUM HUNGARICUM

Johann Vitéz war für Europa – im Wortgebrauch der Zeitgenossen – das Licht Pannoniens. Mit einem kulturhistorischen Vortrag nahm die Serie des Frühlingsprogramms ihre Fortsetzung.

Dr. Mária Prokopp, Kunsthistorikerin und Universitätsprofessorin  an der Budapester Eötvös Loránd Universität war nicht das erste Mal in Wien, aber wie sie sagte, sie kommt immer gerne und erzählt auch gern über das  Zeitalter der Renaissance.

Johann Vitéz, war als Bischof von Gran/Esztergom, einer der wichtigsten Verstreter der ungarischen Renaissance und ein Pfeiler der Zeit des Humanismus und Aufklärung. Er wurde später Kanzler von König Mátyás (Matthias), die rechte Hand des Feldherrn und Gouverneurs János Hunyadi, 20 Jahre lang Bischof von Warad/Nagyvárad. Diese Stadt war mit der berühmten Bibliothek des Bischofs und seiner internationalen Gesellschaft von Gelehrten eine wichtige humanistische Zentrale Europas. 1465 kam er nach Esztergom, wo er als Erzbischof von Gran und Ungarns Primas eine Universität mit vier Fakultäten und internationalen gelehrten Professoren stiftete, die über eine päpstliche Akkreditierung verfügte. Die Naturwissenschaften, Mathematik, Physik und Sternkunde bekamen erstmalig eine herausragende Rolle. Johann Vitéz verdankte das Land regen Austausch mit anderen europäischen Kulturzentren.

9   Diskussionsabend „Runder Tischˮ über Gegenwart und Zukunft des freien Mitteleuropas

9. MAI, COLLEGIUM HUNGARICUM

„Europa”-Club lud zu einem Diskussionsabend mit dem Titel: „Unser Zuhause, Europa“ ein. Im Rahmen der Diskussionsrunde wurden auch zwei Bücher vorgestellt. Dr. András Smuk , Obmann des „Europa”-Club, und Klára Pappné Farkas, Präsidentin des Vereins HUNINEU, überbrachten ihre Begrüßungsworte.

Die Mitwirkenden waren: Pál Csáky, EU-Parlamentsabgeordneter aus Preßburg, Katalin Szili, Ministerbeauftragte von Budapest, Endre Tóth, Professor in Prag, und Miklós Duray, Preßburger Dozent.

Im Rahmen der Abendveranstaltung wurde das Buch „Unser Zuhause, Europa“ von Pál Csáky  präsentiert, sowie die Ausgabe des Prager Professors Endre Tóth „Ethnische Minderheiten in der Tschechoslowakei im Jahre 1918-1938“ präsentiert.

Die Wohlfahrtsorganisation HUNINEU ist ein Verband, welcher von den ungarischen Parteifraktionen gegründet wurde, um die Europäische Union grundlegend und gewissenhaft über die Situation der Ungarn im Karpaten-Becken zu benachrichtigen.

10   Dr. GERGELY TÓTH: Ungarn in Amerika

16 MAI, COLLEGIUM HUNGARICUM

Gergely Tóth, mehrsprachiger diplomierter Lektor, unterrichtet an der Florida Atlantic University Deutsch. Es gehört zu seiner Leidenschaft und zu seinem Spezialgebiet, die ungarische Immigration und Diaspora zu studieren.

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt er sich damit, die Gedenkstätte der Ungarn außerhalb des heutigen Gebiets Ungarns in Fotos in seiner Freizeit zusammen zu tragen. (www.magyarnegyed.com).

Im Juni/Juli des Jahres 2017 suchte er die ungarnbezogenen Erinnerungsstücke in den Gebieten von Vancouver und Winnipeg zusammen. Viele haben ihm mit guten Ratschlägen oder auf andere Weise bei seiner Tätigkeit geholfen. In seinem Diavortrag fasste er seine Reisen und Erlebnisse auf den westkanadischen unendlichen Hochebenen zusammen. Die großen kanadischen Metropolen erreichten die Landsleute  vor allem im Jahre 1948 bzw. 1956. Die ländlichen Gegenden wurden hingegen von den Auswanderern Ende des 19. Jhdt., Anfang der 1920er Jahre bevorzugt. Grund für diese Verschiebung war das von der kanadischen Regierung verlockende Angebot günstig Ländereien zu erwerben, Siedler anzusiedeln und die Felder zu bearbeiten.

Orte, die für seine Reise interessant waren und die er bewusst aufgesucht hatte, kannte er schon bei der Planung der Reise, andere unbekannte Ortschaften mit ungarischer Bevölkerung in Zusammenhang lernte er unterwegs kennen.

11   Festprogramm bei der Büste von Sankt Stephan

26. MAI, BAD DEUTSCH-ALTENBURG

Die Programmserie des Vereins „Europa“-Club und der Internationalen Donau Philharmonie begann in der Hainburger  Martin Luther Kirche, wo eine grenzübergreifende bildende Kunstausstellung eröffnet wurde. Die Interessierten konnten sich neben den Bildern von Tóth Helen, Graphiken von Tarcsi Ádám auch an den Bildern von Hans Peter Graner erfreuen, der mit seiner Kamera die Centrope-Region erkundete. Nach der Eröffnung der Hainburger Ausstellung stand die Kranzniederlegung an der Sankt Stephan Büste in Deutsch Altenburg und ein Musikkonzert in der Kirche auf dem Programm.

Deutsch-Altenburg ist uns aus verschiedenen Gesichtspunkten wichtig: Die Urkirche vor der gotischen Marienkirche soll laut einer Legende von Heiliger Stephanus gegründet worden sein. An das Andenken des ungarischen Staatsgründers erinnert seit 2016 eine Sankt Stephan Büste, die alljährlich von den Mitgliedern des Europa-Clubs mit einer Kranzniederlegung bedacht wird.

Das Jahr 2019 war ein besonderes Gedenkjahr an 1989, als das paneuropäische Picknick und  die Wende große Veränderungen in Osteuropa eingeleitet hatten. Dadurch wurden die Schaffung von Verbindungen in der Centrope-Region und die Zusammenarbeit zwischen den vier Staaten Österreich, Slowakei, Tschechien und Ungarn ermöglicht, hob Ágnes Katona, Leiterin der Internationalen Donauphilharmonie, hervor.

Bei der Büste von Sankt Stephan war Konrád Rigó, Staatssekretär des slowakischen Kulturministeriums, der Festredner. Das kulturelle Begleitprogramm stammte von den Schülern des Gymnasiums in Gímes.

In der Marienkirche konnten sich die Anwesenden am wunderbaren Konzert der Internationalen Donauphilharmonie freuen, welches von Alexei Kornienko dirigiert wurde. Auf dem Programm standen Werke von Georg Philipp Telemann, sowie Folklore und Volksmusikverarbeitungen von Béla Bartók.

Das Fest stand unter der Schirmherrschaft der Niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Konrád Rigó, Slowakischer Staatssekretär, Dr. Andor Nagy, Ungarns Botschafter in Wien und Zoltán Német, Präsident der Generalversammlung der Region Győr-Moson-Sopron.

12  Ausflug zum Ötscher

18-20. JUNI 2019

Wir organisierten im Frühsommer eine Erkundung der Region des Österreichischen Mostviertel-Ötschers. Diesmal verbrachten die Naturliebhaber in Niederösterreich und in einem kleinen Stückchen Steiermark einige Tage, um die Natur und Baukunst zu erleben.

Die Besichtigung von kulturhistorischen Gedenkstätten war auch diesmal ein wichtiges Ziel, aber mit der Kraft der Natur konnten der Zusammenhalt und die Gemeinschaft gestärkt und vertieft werden.

Unsere Unterkunft hatten wir im Nationalpark Ötscher-Tormäuer in Lackenhof, welche in 850 Meter Höhe am Fuße des Ötscher Gebirges liegt. Dieses alte Holzfällerdörfchen ist im Winter ein sehr beliebtes Schiparadies, im Sommer ein hervorragender Wander- und Erholungsort.

Für die Mitfahrenden ist der Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden.

13   Kulturhistorische Reise durch Süd-Bayern, ungarische Gedenkstätten in Bayern

12-15. SEPTEMBER, REISE NACH SÜD-BAYERN

Unser Verein machte unter der Leitung von Ibolya Mátyás vom Gabbiano Travel-Reisebüro eine besondere kulturhistorische Reise nach Süd-Bayern.

Im Rahmen dieser Reise konnten die Teilnehmer  besondere Kulturgedenkstätten kennenlernen, die einen sehr engen Bezug zur ungarischen Geschichte aufweisen.

In Altötting stand die Gnadenkapelle, in Bobbingen der Gedenkstein an die Schlacht von Lech, in Landshut die Grabstätten von ungarischen Soldaten auf dem Programm. Auf dem Rákóczi-Weg konnte die Gruppe bei dem Felsbrunnen Rákóczi verweilen, im Andechser Benediktinerkloster war das Brautkleid von Hl. Elisabeth von Árpádház zu bewundern. Auch in der Ulmer Kathedrale ist ein Fresko, welches die Heilige Elisabeth zeigt. Am Donauufer befindet sich ein Obelisk als Gedenkstätte für die Ausgesiedelten, in München und Augsburg wurden der Gruppe Werke von ungarischen Bildhauern und Malern gezeigt.

14   Wissenschaftlicher Vortrag zum Thema „Auf den Spuren von Gedenkstätten von Rákóczi in Europa und Österreich“

25. SEPTEMBER, COLLEGIUM HUNGARICUM

Ein Vortrag von Dr. Miklós,Messik Präsident des Vereins MEVE, und Ausstellung zu diesem Thema im Collegium Hungaricum.

In diesem außerordentlich farbenfrohen Diavortrag konnten die Zuschauer und Interessierten an die Schauplätze der Reisen des jungen Ferenc Rákóczi II. gezaubert werden. Auch die danach folgende Zusammenstellung veranschaulichte auf eindrucksvolle Weise die Fluchtwege und Destinationen des Emigrierens vom Regenten und dessen Begleiter. Nach dem Diavortrag konnte zu diesem Thema auch die Ausstellung besichtigt werden, die nur einen kleinen Auszug aus der Vielzahl von ungarischen Gedenkstätten aufzeigte. Es gibt noch unzählige bekannte und unbekannte Orte, die darauf warten, erschlossen und in die Sammlung aufgenommen zu werden. Der Vortrag erweckte das Interesse der Zuhörer auf weitere Informationen.

15   Pál Csáky: „Ein Tag aus der Ewigkeit“

22. OKTOBER, COLLEGIUM HUNGARICUM

Aufführung des Dramas unter Mitwirkung des Budapester József Attila Theaters

Als Gedenkveranstaltung an die 1956-er Revolution organisierte der Verein die Theateraufführung „Ein Tag aus der Ewigkeitˮ unter der Regie von Péter Telihay .

Die Künstler László Újréthy und Gábor Kiss hinterließen ein außerordentliches Bild von den beiden Hauptfiguren des Dramas Imre Nagy und János Kádár. Bei dem Stück werden auf sehr eindrucksvolle Weise die theoretische Begegnung und die tiefgreifenden Gespräche von Opfer und Täter dargeboten, die Höhen und Tiefen der Gefühle, ein Kampf bis zur letzten Abrechnung, Emotionen zwischen Sühne und Reue lassen die Zuschauer teilhaben an dem Geschehen. Die zwei Hauptakteure führen lange ideologische Monologe, die aufgeworfenen Fragen beleuchten aus der jeweiligen Sicht die geschichtlichen Wahrheiten. Der Zuschauer ist aufgefordert, am Geschehen teilzunehmen und sich ein eigenes Bild über diese Zeit zu erschaffen.

Das Theaterstück führt den Zusehern ungarische Schicksalsfragen der XX. Jahrhunderts, politische und historische, dennoch logische Gedanken vor die Augen. Der Fokus wird auf eine auch heute noch essenzielle Frage und These gelenkt: „Man muss das herausfinden, was nach Dir bleibt…“ Weiters die Frage: „Wer brachte eigentlich dem Vaterland das Vorwärtskommen?“

16   Feierliche Gedenkfeier und Kranzniederlegung zum 63. Jahrestag von 1956 in Andau

26. OKTOBER, JÁNOSSOMORJA

Die Mitglieder vom Verein „Europa“-Club und die Vorstände des Bürgermeisteramtes von Jánossomorja gedachten entlang der Straße nach Andau auch in diesem Jahr gemeinsam der Helden der Revolution von 1956. Das Erinnerungsdenkmal, welches 2011 aufgestellt wurde, lässt die Menschen von heute auf die Zeit vor mehr als 60 Jahren zurückblicken und die schwere Not der Flüchtenden in Erinnerung rufen.

Nach den ergreifenden Worten von Bürgermeister Györg Lörincz, begrüßte der Obmann des Vereins Dr. András Smuk die Anwesenden. Einerseits erinnerte er sich an die eigens erlebten Vorkommnisse, weiters betonte er die langanhaltende Tradition des Vereins seit mehr als 55 Jahren, sowie die unermüdliche Treue des Vereins zu den geistigen Idealen von 1956.

Diese Gedanken wurden auch in der Festrede vom Politiker Pál Csáky festgehalten. Er betonte mehrmals die Wichtigkeit und Ehre jener Personen, die sowohl physische wie auch psychische Opfer erbringen, um die Ideale von 1956 aufrecht zu erhalten. Er hob insbesondere hervor, dass der Mensch das Recht auf Freiheit hat, keine Diktatur habe das Recht diese Freiheit  einzudämmen. Die Gewinner der Geschichte sind wir, daher ist hier neben Andenken, auch Platz zum Feiern.

17   Ökumenische Gebetsstunde und Kranzniederlegung in Bad Deutsch-Altenburg

9. NOVEMBER, BAD-DEUTSCH ALTENBURG, MARIENKIRCHE

In Bad Deutsch-Altenburg fand in der Marienkirche eine ökumenische Gebetsstunde und Feier mit Kranzniederlegung statt. Nach den Festreden von Monika Karvansky aus der reformierten Kirche in Wien, Tamás Molnár , katholischer Priester von Nordungarn (heute Slowakei), sowie Miklós Kiss, evangelischer Priester aus Mosonmagyaróvár, stand eine seelenberührende Musikdarbietung aus den Klängen von Imre Német auf dem Programm. Anschließend ergriff Dr. Andor Nagy , ungarischer Botschafter in Wien, das Wort und mit seiner bewegenden Rede erinnerte er die Zuhörer daran, wie ungemein wichtig der Zusammenhalt und das Gedankengut von 1956-er Revolution für uns alle sei. Nach der Gebetsstunde konnte im Kreis der Anwesenden die Kranzniederlegung am symbolischen Grab der Ungarn stattfinden.

Die Feier wurde anschließend in dem eigens dafür aufgestellten Zelt bei heißem Tee, Glühwein und Pogatsche weiter ausgetragen. Die internationale Donau Philharmonie lud die Anwesenden zu einer wunderbaren Feier ins Primas-Palast in Preßburg ein. Dort freuten sich die Gäste über ein einzigartiges Gala-Festkonzert.

18 Sándor Márai: Die Glut – Eine Theateraufführung erobert die Bühnen der Welt

21. NOVEMBER, COLLEGIUM HUNGARICUM

Das Theaterstück von Sándor Márai konnte auch hier in Wien die Herzen der Zuschauer erreichen und berühren, nachdem dieses klassische Stück die Welt bereist hatte. Einen fulminanten Erfolg konnten die Akteure des Soproner Theaters Petöfi hier in Wien verzeichnen. Die preisgekrönten Schauspieler Tibor Szilágyi, Ferenc Szélyes, sowie Zsolt Major fesselten die Zuschauer, als sie bei Anschuldigungen und Verteidigungen die tiefsten Geheimnisse der Seele aufdeckten, sowie von bitterem Wunsch nach Vergeltung die Emotionen lebendig wirken ließen.

In dem Stück treffen zwei ehemals gute Kameraden aufeinander. Nach 40 Jahren stehen sich die beiden als verbitterte, grübelnde und vom Leben enttäuschte Erzfeinde gegenüber, die voll sind mit Gewissensbissen. In den vergangenen vierzig Jahren begegneten sie sich nicht. Der eine lebte ein Soldatenleben in den Tropen, der andere vertrieb sein Dasein in den vier Wänden seines Schlosses zwischen Büchern und Akten. Ihr Treffen ist das Drama der späteren Abrechnung. Es hängt die Frage nach dem Geschehen vor vierzig Jahren in der Luft . Was ist damals passiert? Welcher Todsünde verlangt nach Klärung und Aufdeckung? Hinter den Fragen steht eine verstorbene Frau Krisztina, die die geliebte Ehefrau des einen und die heißbegehrte Liebe des anderen war. Der eine hatte betrogen und war geflüchtet, der andere war geblieben, war aber auch keine helfende Hand gewesen. Jetzt treffen sie aufeinander, jetzt wo es zu spät ist und die Kerzen abgebrannt sind.

19   Nikolausabend gemeinsam mit dem Verein AMAPED

6. DEZEMBER, BOTSCHAFT VON UNGARN IN WIEN

Auch im Jahr 2019 erwartete der „Europaˮ-Club gemeinsam mit dem Verein der ungarischen Pädagogen in den Räumlichkeiten der ungarischen Botschaft in Wien den Nikolaus.

An dieser Veranstaltung nahmen mehr als 200 Kinder im Prunksaal der ungarischen Botschaft teil, wo von Ungarns Botschafter, Dr. Andor Nagy, empfangen wurden. Die Kinder durften nach den Begrüßungsreden auch die Geschichte vom heiligen Nikolaus erfahren. Nach der Geschenkeverteilung konnten sich die Anwesenden auch am Buffet erfreuen.

20   Gottesdienst und gemeinsame Weihnachtsfeier in der Wiener Reformierten Kirche

15. DEZEMBER 2019, Wien

Es ist inzwischen eine Tradition geworden, dass der Verein „Europa“-Club und die ungarische reformierte Kirche den Jahresausklang mit einer Advents- und Weihnachtsfeier gemeinsam begehen. Zwischen den Wänden der reformierten Kirche in Wien erklangen die kirchlichen Melodien von Kátai Zoltán, einem Kossuth-Preisträger für ungarische Volkslieder. Er erfreute die Zuhörer mit Klängen aus den verschiedenen Karpaten-Regionen, brachte sich auf seinem typisch ungarischen Instrument begleitend ungarische, siebenbürgische Kirchenlieder.

21   Sonstige Veranstaltungen

Es ist noch besonders wichtig zu erwähnen, dass der „Europa“-Club zusätzlich zum eigenen Programm an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen hat (Mosonmagyaróvár, Jánossomorja, Nyitra, Léva, Pozsonypüspöki, Sopron, Budapest).